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28Jan

Grüne spenden für Wohnungslose

20150127_212233Die Zielrichtung im Kampf gegen die Obdachlosigkeit ist für die Grünen klar: Da helfen keine Wärmehallen, Zelte und Container, sondern nur Wohnraum in festen Häusern. Trotz großen Respekts vor dem großen menschlichen Engagement der HelferInnen vor Ort, bleiben die Grünen skeptisch gegenüber allen Vorstößen, die aus einem Provisorium wie der Traglufthalle am Innsbrucker Platz eine Dauereinrichtung machen könnten. Praktisch steht der geforderte Wohnraum in festen Häusern momentan aber nicht zur Verfügung – weswegen auch die Grünen die Stadtmission bei ihrer Obdachlosenhilfe mit der Traglufthalle unterstützen.

Bei ihrem Neujahrsempfang sammelten die Tempelhof-Schöneberger Grünen 350 Euro und übergaben die jetzt als Spende an die Traglufthallen-Leiterin Anna Singatulina. Dabei machten sich die beiden Kreisvorsitzenden Catherina Pieroth und Rainer Jehle zusammen mit weiteren grünen Aktiven und Ralf Schönberner, dem Leiter der Wohnungslosentagesstätte Schöneberg, ein Bild von den Verhältnissen in dieser Notunterkunft.

Bis zu hundert Männer finden sich hier allabendlich auf dem Gelände des einstigen Güterbahnhofs ein. Die Gäste, um die sich Anna Singatulina und sechs weitere Helfer der Stadtmission, fünf davon ehrenamtlich, kümmern, sind meist Menschen mit der „klassischen“ Obdachlosenkarriere: vom Job-Verlust über den Alkoholismus in die Wohnungslosigkeit, aber zunehmend auch Osteuropäer, die mit dem Versprechen eines Arbeitsplatzes nach Deutschland gelockt wurden, dann jedoch noch um ihre letzten Habseligkeiten gebracht wurden.

Hier wird den Obdachlosen ein warmes Abendessen und ein trockener Schlafplatz geboten, sie können sich waschen und, wenn nötig, entlausen – dennoch bleiben die Zustände problematisch. Im Schlafsaal stehen Dutzende Klappbetten dicht beieinander, es gibt keine Trennwände, die kleineren Gruppen zumindest ein wenig Privatsphäre verschaffen würden. Auch Zugangskontrollen mit der Leibesvisitation verwundern manchen. Dennoch müssen an einigen Abenden etliche Obdachlose wegen Platzmangel zurückgewiesen werden.

Woran es der Traglufthalle und ihren Betreibern noch mangelt: An der Vernetzung mit anderen Sozialeinrichtungen. Eine notwendige soziale und medizinische Beratung der Obdachlosen kann deshalb nicht regelmäßig durchgeführt werden. Den Wunsch nach Vernetzung mit anderen Hilfseinrichtungen wollen die Grünen jedenfalls unterstützen, und für die weitere Arbeit zieht Catherina Pieroth das Fazit: „Entscheidend ist, dass auch eine Notunterkunft vollkommen menschenwürdig ist. Da gibt es in der Traglufthalle gewiss noch Nachholbedarf. Andererseits kann auch in manchen dunklen und verschmutzten Kellerräumen, wie sie vielfach angeboten werden, von menschenwürdiger Unterbringung nicht die Rede sein.“

 

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