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02Mai

Senatsplan stoppen

Geht zur Volksabstimmung und stimmt für 100 %
Das Tempelhofer Feld braucht jetzt Bedenkzeit!
Während die Lerchen wieder zusammen mit den Drachen in den Himmel steigen, verplant der Senat das Feld

Foto: A.Savin http://en.wikipedia.org/wiki/File:Berlin_Spring_2012_Tempelhofer_Feld.jpg

Foto: A.Savin
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Berlin_Spring_2012_Tempelhofer_Feld.jpg

Noch vor wenigen Monaten hatte man die Illusion, dass wir das Volksbegehren nicht brauchen, um das Feld für Mensch und Natur zu erhalten. Zu radikal erschien die Forderung alles 100 % bleiben zu lassen, zu sehr klang es nach St. Florian: Häuser bauen – ja klar, aber nicht bei mir. Ich war mir mit den Tempelhofer Grünen einig, dass eine Reihe Häuser am Tempelhofer Damm mit Wohnungen zu niedrigen Preisen dazu beitragen kann, den Mangel an billigem Wohnraum in Berlin zu beheben. Und es überzeugte, dass die Planer der Senatsverwaltung im Dialog mit den Bürger*innen ihre Planungen so verändern, dass eine moderate Bebauung des Feldes möglich wird. Leider habe ich mich getäuscht. Die letzte große Bürgerinformationsveranstaltung (!) gipfelte nach wüster Streiterei in den Worten von Senator Müller: „Bürgerbeteiligung heißt, dass Sie hier alles sagen können, was Sie denken. Entscheiden werden dann die gewählten Volksvertreter.“ Das war der Punkt, als klar wurde: Wir brauchen den Volksentscheid, um überhaupt noch Einfluss auf das Baugeschehen zu nehmen. Viele Unterschriften für den Volksentscheid habe ich mit diesem Argument bekommen. Er wurde auch mit den Stimmen derer gewonnen, die einer sanften Bebauung zustimmen, wenn sie mit den Berliner*innen demokratisch verhandelt wird.

Am 25. Mai haben wir jetzt die Möglichkeit, darüber abzustimmen. Es stehen zur Auswahl 100 % Tempelhofer Feld oder der Masterplan des Senats mit bis zu zehn-stöckigen Wohnblöcken am Te-Damm. Beides ist nicht meine erste Wahl. Der Mittelweg steht aber nicht zur Abstimmung. Deshalb gilt es jetzt, bei der Volksab- stimmung wieder für 100 % Tempelhofer Feld zu stimmen. Nur so können wir die großen Wohnblöcke an Te-Damm, Oderstraße und Columbiadamm verhindern. Schon jetzt sind die Grenzwerte für Lärm und Luftschadstoffe am Te-Damm überschritten, täglich stehen die Autos im Stau. 1.500 zusätzliche Wohnungen dort bedeuten zusätzlichen Verkehr und Belastung. Das kann uns Tempelhofern nicht egal sein! Das Tempelhofer Feld ist zur Projektionsfläche geworden, die den Umgang der Regierung mit den Bürger*Innen zeigt. Es geht nicht mehr nur um die Lerchen, es geht um die ganze Stadt, es geht um eine echte Beteiligung der Berliner*innen. Stimmt für 100 % als Denkzettel – das Feld braucht jetzt die Zeit.

Renate Giese
BVV/Fraktion B’90/Grüne

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