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27Okt

Tempelhofer Feld frei halten

Müllers Großsiedlung verhindern

Flugfeld Tempelhof - Abbildung: Gross.Max/SenStadtBeim Wowereit-Henkel-Senat feiert die berüchtigte Westberliner Baupolitik der 80er Jahre wieder fröhliche Urständ. Ohne auf die Wünsche vieler Berliner einzugehen, präsentierte Stadtentwicklungssenator Müller seinen „Masterplan“ für das Tempelhofer Feld. Er plant dort nicht weniger als den Bau von 4700 Wohnungen, davon alleine 1700 den Tempelhofer Damm entlang. Für sein Projekt wirbt er mit dem falschen Versprechen, dass dort auch viel billiger Wohnraum entstehen soll. Luxuswohnungen in bis zu zehngeschossigen Gebäuden sind indes wahrscheinlicher. Mit dem Verkaufserlös für die Grundstücke will er die Sanierung des Flughafengebäudes bezahlen.

Es wird aber noch doller:  Wowereits umstrittenes Prestigeprojekt, die neue Zentral- und Landesbibliothek (ZLB), soll dort neu gebaut werden. Die Kosten von 270 Millionen Euro sind viel zu niedrig angesetzt sind, das ist schon jetzt absehbar. Zwar hat Berlin durch das Pleiteprojekt BER kein Geld, aber Rot-Schwarz plant schon die nächste Chaosbaustelle inklusive Kostenexplosion. Das riesige Flughafengebäude, das sowieso saniert werden muss, sollte besser als Ort für die Bibliothek und für Museen genutzt werden.

Wir Grüne wenden uns gegen überdimensionierte Bauprojekte im Stil der Neuen Heimat auf dem Feld. Richtig ist eine zweijährige Denkpause, damit eine echte Bürgerbeteiligung stattfinden kann. Engagierte Menschen sollten sich einbringen können, anstatt vor den Kopf gestoßen zu werden. Einen wichtigen Beitrag für diese Diskussion Rolle leistet die Initiative „100 % Tempelhofer Feld“, die Unterschriften für ihr Volksbegehren sammelt, um jegliche Bebauung zu verhindern. Trotz Sympathien für die Initiative können wir Grüne uns aber eine moderate Bebauung am Tempelhofer Damm vorstellen, sofern ein erheblicher Anteil davon bezahlbare und barrierefreie Wohnungen sind. Das muss sozial gestaltet werden und es darf nicht zu Lasten von Freizeitgestaltung und Natur gehen. Was der Senator macht, lehnen wir entschieden ab.

Rainer Penk, BVV-Verordneter, B´90/Grüne

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