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06Mai

Anschlag auf Stolperstein-Initiative erfordert klare Antwort der Zivilgesellschaft

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Der erneute Anschlag auf die Informationsvitrine der Stolperstein-Initiative in der Friedenauer Stierstraße erfordert eine eindeutige Antwort der Zivilgesellschaft: Bei der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus darf es kein Nachlassen geben, das Gedenken  an die Opfer des NS-Regimes muss im Stadtbild noch sichtbarer als bisher werden. Die demokratischen Parteien des Bezirks, Kirchengemeinden, Kultureinrichtungen, Sportvereine und alle anderen Organisationen sind aufgerufen, die Aktivitäten der Stolperstein-Initiative tatkräftig zu unterstützen. Das erklärten Catherina Pieroth und Rainer Jehle für den Kreisvorstand Tempelhof-Schöneberg der Bündnisgrünen zur Zerstörung des Stolperstein-Infostandes durch noch unbekannte Täter.

Der jetzt verübte Gewaltakt war nicht der erste dieser Art. Vor einem Jahr war der Infostand schon einmal zerstört worden. Zudem wurden seit Beginn der Stolperstein-Aktion, bei der an die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten Jüdinnen und Juden unmittelbar an deren einstigen Wohnorten erinnert wird, die Vertreter der Initiative immer wieder anonym bedroht. Dazu Rainer Jehle und Catherina Pieroth: „Auch wenn Tempelhof-Schöneberg anders als manch anderer Bezirk von rassistischen und rechtsextremistischen Aufmärschen meist verschont blieb, heißt das leider nicht, dass es nicht auch bei uns eine entsprechende Szene gibt. Diese Leute mögen zwar zahlenmäßig so schwach sein, dass sie es nur wagen, im Schutz der Anonymität zu agieren. Doch gerade das macht sie auch auf besondere Art gefährlich. Den Demokraten in unserem Bezirk muss klar sein, dass der Kampf gegen Rechts auch unmittelbar vor Ort stattfinden muss.“

Unterdessen sicherte Jörn Oltmann, Vorsitzender der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung, der Stolperstein-Initiative die weitere Unterstützung seiner Fraktion zu. Oltmann: „In der Vergangenheit haben wir wesentlich dazu beigetragen, dass Bezirkspolitik und Verwaltung die Verlegung der Stolpersteine so gut als möglich mit ihren finanziellen und personellen Ressourcen förderten. Daran darf sich trotz der angespannten Haushaltslage des Bezirks nichts ändern. Dafür werden wir uns in der BVV mit allen Kräften einsetzen.“

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